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Das Ende der Plastiktüte

Wie wird die Zeit nach der Plastiktüte?

Millionen Tonnen Plastik schwimmen in den Weltmeeren. Fast jeder Mensch trägt bereits Mikroplastik und giftige Chemikalien aus Plastikverpackungen in sich. Es ist völlig klar: Wenn wir uns, die Meere und den Planeten nicht dauerhaft vergiften möchten, müssen wir uns vom Plastik so schnell wie möglich verabschieden. Aber wir sind so daran gewöhnt, dass das kaum vorstellbar ist. Also, was tun Politik, Produzenten und Verantwortliche – und was sind die Schwierigkeiten?

Das größte Problem sind Alternativen zur Plastiktüte, zur Plastikflasche, zum Plastikstrohhalm und anderen Einweg-Plastikprodukten. Sie sind oft günstig herzustellen und bieten viele Vorteile: Durch transparente Folien kann man die Lebensmittel sehen und Einweg-Plastikflaschen sind leichter als Mehrweg-Glasflaschen. Wenn Du in Deinen Alltag schaust, wirst Du feststellen: Plastik ist überall. Doch Stück für Stück wird es verschwinden – die Weichen sind bereits gestellt. Manchmal brauchen wir uns einfach nur auf die Zeit vor der Plastikflut zu besinnen. Und manchmal braucht es clevere Innovationen und ganz neue Lösungen.

Was bereits jetzt getan wird

Es kommt langsam etwas Bewegung in die ganze Sache: Im Jahr 2015 haben sich der Handel und die Politik in Deutschland über eine freiwillige Selbstverpflichtung geeinigt. Das soll auch dazu beitragen, einer EU-Richtlinie zur Senkung des Plastiktütenverbrauchs zu entsprechen. Sicher ist Dir nicht entgangen, dass plötzlich die Plastiktüten von den Supermarktkassen verschwunden sind und durch Papier- und Mehrwegtragetaschen ersetzt wurden. Diese Maßnahme war durchaus erfolgreich: Seitdem ist der Verbrauch an Einweg-Tragetaschen aus Plastik in Deutschland zurückgegangen. Und zahlreiche Konsumenten haben sich sicher inzwischen daran gewöhnt, eine Mehrweg-Tragetasche zum Einkaufen mitzunehmen.

Nun hat vor kurzem das EU-Parlament noch weiter gehende Regelungen beschlossen: Zahlreiche Einweg-Plastikprodukte, zu denen es Alternativen gibt, sollen verboten werden. Dazu zählen Gabeln, Messer, Löffel, Essstäbchen und Strohhalme aus Plastik. Für diese Initiative gibt es mehrere Gründe: Zum Einen soll natürlich zum Umweltschutz beigetragen werden. Zum Anderen hat China, einer der Hauptabnehmer europäischen Plastikmülls, beschlossen, die Müllimporte drastisch zu verringern. Und ohne diese Entsorgungsmöglichkeit ist die Politik gezwungen, den Plastikmüll zu reduzieren.

Neben Verboten sind aber auch Alternativen wichtig: Es gibt bereits über 150 Geschäfte in Deutschland, in denen Du unverpackte Lebensmittel einkaufen kannst. Es gibt Mehrweg-Kaffeebecher, Papierstrohhalme und Einweggeschirr aus Laub, Bambus und anderen natürlichen Materialien. Ohne gute Alternativen schaffen Verbote nur zusätzliche Probleme: Im besonders strikten Ruanda ist inzwischen ein Schwarzmarkt für Plastiktüten entstanden. Auch hierzulande sind die wenigsten Konsumenten bereit, auf Komfort zu verzichten.

Was noch getan werden muss

Der Verzicht auf Plastik-Einkaufstaschen im Einzelhandel hat ermutigende Ergebnisse geliefert: Im Folgejahr hat sich der Verbrauch um zwei Milliarden Beutel von 68 Plastik-Tragetaschen pro Kopf auf 45 reduziert. Dafür ist aber wichtig, dass es Alternativen gibt: zum Beispiel Stoff- oder Mehrwegtragetaschen. Und es ist wichtig, dass diese Taschen dann auch tatsächlich mehrmals verwendet werden: Schätzungen zufolge hat eine Stofftragetasche erst nach ca. 20 bis 100 Einsätzen eine positive Umweltbilanz. Eine der größten Aufgaben für die Zukunft lautet also: umweltfreundliche und praxistaugliche Materialien und Verhaltensweisen für die Zeit nach dem Plastik zu finden. Die so genannte Bio-Plastiktüte ist beispielsweise keine wirkliche Lösung: Oft ist das Material nur unter bestimmten Bedingungen überhaupt abbaubar, die sich im Meer kaum finden. Daher tragen sie nicht zu einem Umdenken bei.

Ein Beispiel für ungelöste Probleme sind die dünnen Plastiktüten, die nach wie vor kostenfrei in den Obst- und Gemüseabteilungen von Supermärkten abgegeben werden. Hier wartet das Umweltministerium noch auf passende umweltfreundliche Alternativen – die derzeit noch in Entwicklung sind. Bereits jetzt forschen große Unternehmen an plastikfreien Alternativen für Obst- und Gemüseverpackungen, Plastikstrohhalme und vieles mehr. Andere Lösungen sind bereits erhältlich: Du kannst sie schon jetzt nutzen und Deinen Teil zu einer plastikfreien Welt beitragen, bevor die Politik Verbote beschließt. Eine Brotdose aus Holz oder Metall oder wiederverwendbares, wachsbeschichtetes Baumwollpapier können zum Beispiel jeden Tag helfen, Deinen Verbrauch an Frischhaltefolie zu reduzieren.

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