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Plastik im Menschen

Ist Plastik auch schon in Deinem Körper?

In einer aktuellen Studie der Medizinischen Universität Wien haben Forscher erstmals Mikroplastik im Stuhl der Studienteilnehmer festgestellt – durchschnittlich 20 winzige Plastikteilchen unter fünf Millimeter Durchmesser pro zehn Gramm Stuhl. Und zwar bei allen acht Teilnehmern! Es ist also sehr wahrscheinlich, dass die Plastikvermüllung unseres Planeten auch bereits bis in Deinen Körper gelangt ist.

Und das ist noch nicht alles: Schon vor Jahren konnten Wissenschaftler im menschlichen Blut chemische Weichmacher und das für den Menschen sehr schädliche Bisphenol A nachweisen. Nicht nur die Plastikteilchen gelangen also aus den Verpackungen in Deinen Körper – auch giftige Chemikalien gelangen ins Grundwasser, in die Flüsse und Meere und so in die Nahrungskette. Und diese können besonders drastische Auswirkungen haben: Bisphenol A steht zum Beispiel im dringenden Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen und Übergewicht, Diabetes und kognitive Störungen zu verursachen.

Was Mikroplastik genau in Deinem Körper verursacht, ist noch nicht besonders gut erforscht. Größere Teile werden wohl einfach wieder ausgeschieden, kleinere Teile können sich aber auch im Gewebe anlagern und zu Entzündungen führen. Außerdem lagern sich Schadstoffe und Umweltgifte an den Plastikpartikeln an, die Du zusammen mit ihnen aufnimmst. Schädliche Chemikalien aus dem Plastik, wie Bisphenol A, können aber auch ganz einfach durch das Benutzen von Plastikflaschen usw. in Deinen Körper gelangen.

Wo kommt all das Mikroplastik her?

Mikroplastik ist in vielen Kosmetikprodukten, zum Beispiel Zahncremes und Duschgels, enthalten. Außerdem entsteht es durch Reifenabrieb, bei der Zerkleinerung von Plastikmüll und wenn sich die Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren, Flüssen und Seen über die Jahrhunderte zersetzen. In den Weltmeeren schwimmt inzwischen mehr Mikroplastik als Plankton – und so findet es massenhaft seinen Weg in die Nahrungskette. Aber nicht nur in Fisch und Meeresfrüchten findet sich Mikroplastik: Auch in Milch, Honig und im Leitungswasser wurde es bereits nachgewiesen.

So gelangen in Deutschland allein jährlich 330 000 Tonnen Mikroplastik in die Umwelt. Dazu kommt noch all das Mikroplastik, das in den 500 Jahren entsteht, in denen weggeworfene Plastikprodukte zerfallen – zum Beispiel Dein Joghurtbecher vom Frühstück heute Morgen. Und es ist auch nicht auszuschließen, dass sich durch Abrieb feine Teile aus Plastikverpackungen und Plastikflaschen lösen und von Lebensmitteln aufgenommen werden. Inzwischen gibt es sogar Hinweise, dass Du Mikroplastik einatmest: Es ist nämlich auch in Hausstaub und im feinen Abrieb von Synthetikfasern aus Deiner Kleidung enthalten. Es gibt also viele verschiedene Quellen von Mikroplastik und es wird deutlich: Wir verwenden viel zu viel Plastik, das die Umwelt über Jahrhunderte belastet und immer stärker unsere Gesundheit gefährdet.

Was Du tun kannst, um Dich zu schützen

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Fangen wir mit der guten Nachricht an: Es gibt immer mehr Alternativen zu Plastik und es ist inzwischen möglich, im Alltag komplett auf Plastikverpackungen und Plastikgefäße zu verzichten. Du kannst Stoffbeutel anstelle von Plastiktragetaschen verwenden, unverpackte Lebensmittel kaufen oder Plastik-Frischhaltefolie durch wachsbeschichtete Baumwolltücher ersetzen. Du kannst auf Fisch und bestimmte Kosmetika verzichten und vieles mehr, um weniger Mikroplastik aufzunehmen.

Die schlechte Nachricht ist aber, dass es Dir nicht gelingen wird, Dich komplett von Mikroplastik, chemischen Weichmachern und anderen Folgen der Plastikflut fernzuhalten. Experimente haben gezeigt, dass selbst nach Monaten ohne Kontakt zu Plastik immer noch giftige Chemikalien im Körper nachweisbar sind. Das Allerwichtigste ist also eine Trendwende: Die Menge des Plastikmülls hat in den letzten 20 Jahren extrem zugenommen. Wenn sie nicht schnell und drastisch wieder reduziert wird, werden in den nächsten Jahrhunderten durch Plastik verursachte Erkrankungen weltweit zum Alltag gehören.

Wenn Du also Alternativen zu Plastikverpackungen verwendest, schützt Du nicht nur Dich selbst. Du trägst auch einen wichtigen Teil dazu bei, dass global der Plastikmüll reduziert wird. Und das macht einen entscheidenden Unterschied für Deine Zukunft und für die Lebensqualität der nachfolgenden Generationen: für Deine Kinder, Enkel, Urenkel und noch viel weiter.

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