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Was ist Plastik eigentlich?

Unter „Plastik“ versteht man umgangssprachlich verschiedene Kunststoffarten. Deshalb ist Plastik auch nicht gleich Plastik: Es gibt PVC-Verpackungen, Styroporbecher, Polypropylen-Joghurtbecher, Plastikbeutel aus Polyethylen und noch viele weitere Kunststoffe. All die eben genannten Beispiele basieren übrigens auf Erdöl als zentraler Zutat in der Kunststoffmischung.

Ein Problem gibt es mit fast allen Kunststoffarten: Sie sind nicht ohne weiteres biologisch abbaubar und belasten, wenn sie nicht komplett recycelt werden, über Jahrhunderte die Umwelt. Bereits heute schwimmen Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren und winzige, Mikroplastik genannte Partikel haben es bis in Dein Leitungswasser und auf Deinen Teller geschafft. Und das Recycling ist gar nicht so einfach: Schließlich müssten all die verschiedenen Kunststoffarten dafür erst einmal effizient und gründlich sortiert werden.

Mikroplastik-Teilchen im Meer können Umweltgifte und Schadstoffe anreichern und mit in die Nahrungskette bringen. Viele Plastikarten enthalten außerdem schädliche Zusatzstoffe, die sich in die Luft, die Nahrung oder die Haut lösen können. In dieser Hinsicht unterscheiden sich Kunststoffe allerdings: Einige solltest Du unbedingt vermeiden, während andere vergleichsweise unbedenklich sind.

Schädliche Bestandteile in Plastik

Zu den gefährlichsten Zusatzstoffen in Plastik zählen Bisphenole, Weichmacher und Flammschutzmittel. Zwar sind diese in einigen Produkten inzwischen verboten – aber einmal produzierter Kunststoff belastet über Jahrhunderte die Umwelt. Deshalb ist heutzutage fast kein hundertprozentiger Schutz mehr möglich. Einige Kunststoffe solltest Du allerdings unbedingt vermeiden, um nicht zusätzlich Schadstoffe aufzunehmen!

Verwende zum Beispiel keine Produkte aus Polycarbonat (PC) – ein Grundbaustein dieses Kunststoffs ist Bisphenol A, das durch Wirkungen auf das Hormonsystem schwerwiegende Entwicklungsschäden, Diabetes und andere Krankheiten verursachen kann. Gefährlich ist auch PVC, das eigentlich hart und spröde ist und mit chemischen Weichmachern elastisch gemacht wird. Viele dieser Stoffe können ebenfalls das Hormonsystem beeinflussen.

Kunststoffe, die ohne Weichmacher auskommen, sind zum Beispiel Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) sowie PET für Getränkeflaschen. Dennoch stehen PET-Flaschen im Verdacht, hormonwirksame Substanzen in die enthaltenen Getränke abzugeben – auch darauf solltest Du also lieber verzichten. Vor allem im Urlaub: In vielen Ländern enthalten PET-Flaschen schädliche Bisphenole, die in Deutschland nicht zugelassen sind.

Das Problem mit der Abbaubarkeit

Viele der schädlichen Stoffe werden nach und nach verboten, sobald ihre giftige Wirkung bekannt wird. Die Verwendung von Bisphenol A in Babyflaschen und Mineralwasserflaschen aus Plastik ist zum Beispiel seit 2011 in Deutschland nicht mehr zugelassen. Das Problem ist aber: Viele dieser Kunststoffe gelangen als Abfall in die Weltmeere und zersetzen sich dabei langsam. Das kann über 400 Jahre dauern. Die enthaltenen Giftstoffe lösen sich im Wasser auf oder werden zusammen mit Mikroplastik-Teilchen von Meerestieren gefressen. Und so gelangen die Gifte immer noch in unsere eigene Nahrungskette – auch Jahrzehnte und Jahrhunderte nachdem sie verboten wurden.

Deshalb ist es wichtig, Alternativen zum Plastik zu nutzen, wo immer es möglich ist. Du kannst Dich damit selbst vor schädlichen Chemikalien und Weichmachern schützen. Und Du kannst nachfolgenden Generationen einen Gefallen tun und die Welt ein kleines bisschen weniger vergiftet hinterlassen. Anstelle der Plastikfolie, die Du einmal verwendest und dann wegwirfst, kannst Du wiederverwendbare und biologisch abbaubare Wachstücher verwenden. Außerdem werden zunehmend Kunststoff-Alternativen aus biologisch abbaubaren, ungiftigen Materialien entwickelt: Polymilchsäure (PLA) aus Maisstärke, Zuckerrohr oder Rüben ist ein Beispiel, das ohne Erdöl und Giftstoffe auskommt – zum Abbau wird aber eine industrielle Kompostieranlage benötigt.

Am wichtigsten ist es, unsere Verhaltensweisen zu ändern: Meide zum Beispiel alles, das Du nach nur einem Benutzen wegwirfst. Fünf Minuten Nutzung steht eine jahrhundertelange Abbauzeit gegenüber. Ein Mehrwegbecher hat eine deutlich bessere Ökobilanz als ein Einwegbecher aus PLA. Wenn Du Mineralwasser in Flaschen kaufst, bist Du mit Mehrweg-Glasflaschen ökologisch und gesundheitlich auf der sicheren Seite. Und es ist auch nicht unbedingt nötig, alles Obst im Supermarkt in eine zusätzliche Plastiktüte zu verpacken.

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