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Wie der Plastikmüll in die Ozeane kommt

Vielleicht stellst Du Dir die Weltmeere immer als menschenleere Weite und unberührte Natur vor. Doch nicht weniger als 80 Millionen Tonnen umhergeisternder Plastikmüll trüben das einst saubere und klare Wasser, sogar tausende Kilometer von Menschen und Städten entfernt. Neun von zehn der scheinbar unbeschwert über dem Meer kreisenden Seevögel tragen Plastikmüll im Magen. Und spätestens im Jahr 2050 wird jedem Meerestier, vom Fisch bis zur Möwe, ein unverdauliches Stück Kunststoff schwer im Magen liegen. Noch drastischer ausgedrückt: Studien prognostizieren, dass bis 2050 mehr Plastikmüll als Fisch in unseren Meeren schwimmen wird. Wie konnte es so weit kommen, woher kommt der Müll und was kannst Du dagegen tun?

Jede dritte Plastikverpackung endet im Meer. Das ist der Hauptgrund für die Verschmutzung – jetzt überlege nur mal, wie viele Plastikverpackungen Du alleine pro Woche nur ein Mal verwendest. Und das Problem liegt nicht nur in den Schwellen- und Entwicklungsländern mit niedrigen Umweltstandards: Auch wir tragen im Alltag immer wieder dazu bei. Achtlos fallen gelassene Plastiktüten und Plastikfolien wehen in die Flüsse und werden ins Meer getragen, Plastiktüten und Plastikflaschen bleiben jeden Sommer an den Stränden zurück und selbst der Müll, den wir ordnungsgemäß entsorgen, wird teilweise in Länder exportiert, in denen er nicht richtig verwertet wird. Am sinnvollsten ist es also, Deinen Plastikverbrauch deutlich zu reduzieren. Und dafür gibt es gute Gründe.

Wie Plastik die Meere vergiftet

Viele Tiere verwechseln die Plastikabfälle mit Nahrung. Das passiert zum Beispiel Schildkröten, die sich von Quallen ernähren. Einige Seevögel fühlen sich außerdem vom Geruch des Plastik angezogen. Im Magen angelangt, blockieren die Plastikteile die Verdauung –  und die Tiere verhungern qualvoll mit vollem Magen. Eine weitere Gefahr ist viel kleiner als Plastiktüten: das so genannte Mikroplastik. Das sind winzige Plastikpartikel, die durch Abrieb und Zerfall von größeren Plastikteilen entstehen.

Mikroplastik können wir nicht sehen, nicht riechen und nicht schmecken. Aber es ist inzwischen fast überall zu finden: Es reichert sich in den Organen kleiner Meeresbewohner, wie Garnelen und Muscheln, an, und findet seinen Weg durch die Nahrungskette bis zu uns auf die Teller. Das Problem: Es gibt keinen Weg, Mikroplastik aktiv wieder aus der Umwelt zu entfernen. Der vollständige Abbau von Kunststoff dauert Jahrhunderte und wir haben keine Chance, den Anteil von Mikroplastik in unserer Nahrung jemals wieder zu senken, wenn wir nicht drastisch auf Plastik verzichten.

Und es gibt noch ein Problem mit dem Plastikmüll: Viele Kunststoffe enthalten Flammschutzmittel oder chemische Weichmacher. Manche dieser Produkte sind seit Jahrzehnten wegen Gesundheitsgefahren verboten. Aber sie schwimmen noch für hunderte Jahre in den Weltmeeren. Diese chemischen Beimischungen lösen sich im Wasser, reichern sich in den Fischen, Muscheln und anderen Meeresbewohnern an und vergiften sie – und können durch die Nahrungskette wiederum auch auf Deinen Teller gelangen.

Wie kriegt man die Weltmeere wieder sauber?

All das Plastik wieder loszuwerden, ist eine unfassbar schwierige Aufgabe. Für das Beseitigen größerer Plastikteile aus den Meeren gibt es bereits erste Ansätze: Große Filteranlagen und mobile Fangnetze sollen den Müll der riesigen Müllinseln im Ozean einsammeln. Das kratzt aber nur an der Spitze des Eisberges: Selbst, wenn man damit 800 Tonnen Müll am Tag fördern könnte, würde man über 270 Jahre für den gesamten Müll im Meer benötigen. Und auch nur, wenn in der ganzen Zeit keine weitere Plastiktüte ins Meer gelangt! Außerdem muss der gesammelte Müll ja irgendwo hin.

Was kannst Du tun, damit das Plastik in den Meeren eines Tages wieder weniger statt mehr wird? Am wichtigsten sind umweltfreundlichere Alternativen zu Plastik. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die unnötige Plastikverpackung, die Du einmal benutzt und dann wegwirfst, in 200 Jahren eine Robbe oder eine Möwe erstickt. Oder dass sie als Mikroplastik auf dem Teller Deiner Nachfahren landet. Hier ist die Politik gefragt, die Weichen zu stellen. Aber natürlich braucht es auch clevere Innovationen, die Plastik verzichtbar machen: Unsere wiederverwendbaren Baumwolltücher mit Wachsbeschichtung sind zum Beispiel eine hervorragende Alternative zur Frischhaltefolie!

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